Ginger Beer kennen mittlerweile auch viele Deutsche. Anders als Ginger Ale ist dieses ursprünglich amerikanische Getränk weniger süß und viel schärfer/ingweriger (ist das überhaupt ein Wort?!?).

Im Rahmen meiner Fermentationsexperimente habe ich ja schon einiges versucht:

  • Wasserkefir – Tee fermentieren im Eilverfahren
  • Kombucha – „Pilzpippi“ mit tollen Probiotischen Eigenschaften
  • Wilde Fermentation für super knackige Gurken

Was liegt also näher, als auch mal Ingwer zu fermentieren?

Ginger Bug besteht aus einer Basismischung, die dann mit Ingwersirup vermischt wird. So entsteht dann Ingwerbier vom Feinsten. Im Original wird hier einiges an Rohrzucker verwendet. Für den Ginger Bug geht es nicht ohne – den Ingwersirup habe ich Euch aber natürlich Lowcarbisiert.

Wer sich das erste Mal an Fermentation herantraut, dem empfehle ich aus persönlicher Überzeugung die Sets von den Fairment-Jungs (Werbung da Verlinkungen). Die Sets sind immer perfekt durchdacht und enthalten wirklich alles was man braucht. Ich liebe z.B. die Gläser mit dem Silikonverschluss… das spart mir die Dummelei mit Küchentüchern oder Kaffeefiltern.

Ginger Bug - warum man sogar Ingwer fermentieren kann
Ginger Bug - warum man sogar Ingwer fermentieren kann
Portionen
4Liter
Portionen
4Liter
Zutaten
Ginger Bug (Basis)
Für das fertige Ingwerbier
Anleitungen
  1. Für den Ginger Bug braucht Ihr etwas Zeit, ein großes Einmachglas und Beobachtungsgabe. Schneidet ca 2 EL Ingwer in kleine Stücke und gebt ihn mit 2 EL Rohrzucker mit 500 ml lauwarmem Wasser in ein Glas. Schüttelt das Ganze etwas auf und verschließt das Glas mit einem Küchentuch + Haushaltsgummi so dass Gase entweichen können. Stellt das Glas an einen warmen Ort in der Küche wo es selten bewegt wird.
  2. Diese Mischung wird jetzt jeden Tag mit je 1 EL gehacktem Ingwer und Zucker gefüttert, bis die Mischung beginnt zu blubbern = gären. Bei mir dauert das zwischen 3-5 Tagen.
  3. Für die Infusion (ich wollte nur mal zeigen, dass ich solche Wörter beherrsche) gebt Ihr 1 l Wasser mit den 200 gr geraspelten/geriebenen Ingwer in einen Topf und kocht es mit dem Isomalt und dem Kokosblütenzucker auf. Diesen Zuckersirup lässt Ihr ca 15 min köcheln, er dickt dann ein.
  4. Gebt jetzt 2,5 l kaltes Wasser, 300 ml von eurem Ginger Bug und den Saft der 3 Zitronen dazu. Die Mischung unterkühlen lassen und durch ein Sieb in Kunststoffflaschen füllen bei denen man den Deckel aufschraubt. Bitte nur zu 75% füllen. Diese Flaschen dann wieder an einem warmen Ort 1-2 Wochen stehen lassen. Wenn die Flaschen fest werden hat sich genug Kohlensäure gebildet. Die Flaschen jetzt in den Kühlschrank packen und zügig verbrauchen. Da wir keinen Zucker verwenden ist das Ginger Beer nicht so gut konserviert.
  5. Stellt sicher, dass Ihr ca 1/4 Eures Ginger Bugs zurück behaltet und startet damit eine neue Produktion.

17 Comments on Ginger Bug – warum man sogar Ingwer fermentieren kann

    • Hmmmm… ich hatte ja schon alles, von verschimmelt bis einfach tot… aber geleeartig?
      Schmeiss das weg, dann waren irgendwelche Bakterien auf Deinem Ingwer die gerne Marmelade essen 🙂
      lg Inga

      • Das hatte ich eben auch und suche mich nur dämlich durchs Netz, ob das so soll oder nicht… Bei mir war es eher eine schleimige Konsistenz, zog Fäden wie Honig.
        Gerochen hat es nicht schlecht, also eigentlich so wie immer. Am Boden hat sich ein etwas schleimiger Pfropf festgesetzt.
        Leider hats auch nicht so schön geblubbert, eher nur Minibläschen gegeben am Rand…
        Ich glaub, ich muss die 4l wegschütten…

        • Ich fürchte, da hättest Du irgendeinen Mikroorganismus/Pilz auf Deinem Ingwer…. mir passiert das in einem von 20 Fällen…. da hilft leider wirklich nur wegschütten und alles sehr gut spülen

  1. Hallo Kalinka, danke für dein gut verständliches Rezept!
    Entsteht dabei Alkohol, also ist das Getränk dann alkoholisch? (mich würde es nicht stören)
    und ich denke es ist auch in Ordnung zB Rohrzucker zu verwenden. Denn der Zucker dient ja als Nahrung für die Mikroorganismen und ist im fertigen Getränk nicht mehr enthalten. Ich würde es auch gerne mit Honig probieren.

    • Hallo Doris, bei jeder Gärung entsteht etwas Alkohol – sogar in Orangensaft ist ja nach 2 Tagen welcher drin… ich habe aber nichts geschmeckt und flambieren könntest Du damit sicher auch nicht 😂
      Ich verwende häufig braunen Zucker, mit Honig hab ich das noch nie getestet – aber Lieveto Madre (heller Sauerteig) wird ja auch mit Honig Fermentiert…. teste es und lass mich bitte mal wissen, ob es funktioniert hat! Bleib gesund – LG Inga

  2. Hallo Kalinka, könntest Du mir beschreiben, wie das mit dem “zurückhalten für die neue Produktion” funktioniert? Wie lagere ich den Bug in der Zeit, wie und wann muss er “gefüttert” werden und wie bereite ich einen neuen Ansatz vor – ich muss ja dann wieder auf 4/4 aufstocken?
    Viele Grüße aus Hamburg, Lars

    • Guten Morgen nach Hamburg,
      ich mache das immer so: 1/4 des Ginger Bugs hebe ich auf, und fülle dann wieder auf 1 L auf. Gib den Ingwer und den Rohrzucker dazu, Du wirst dann sehen dass das Ganze deutlich schneller und vor allem wahrscheinlicher fermentiert. Ich habe schon so viele Ansätze wegschütten müssen, weil entweder keine Fermentation stattfand oder das Ganze einfach verschimmelt ist. Wenn ich einen Teil des Ansatzes verwende habe ich schon wilde Fermente in der Flüssigkeit und das Ganze bekommt quasi einen Kickstart. Du fütterst das dann wie im Rezept beschrieben… kontrolliere aber schon nach 3 Tagen ob er fertig ist.
      viel Spaß
      Inga

      • Hallo Kalinka, vielen Dank für die Erklärung – dann bin ich mal gespannt, wie es wird 😉
        Viele Grüße aus Hamburg, Lars

        • au ja.. lass es mich wissen.. ich habe schon länger keinen Ginger Bug mehr gemacht, weil ich keinen unbestrahlten Ingwer bekommen habe… aber Du hast mir jetzt auch wieder Lust drauf gemacht
          bleib gesund – Inga

  3. Hallo Kalinka,
    Sag mir doch bitte, ob ich nur die Flüssigkeit des Bug oder auch die im Bug befindlichen Ingwerstücke dazugeben soll.
    Vielen Dank aus Augsburg
    Claudi

  4. Liebe Kalinka!
    Ich hab jetzt schon davor posts gelesen mit ähnlichem Problem- geleeartiger ingwerbug. Jetzt schon der 4te Versuch…
    Ich brau einige Tagen nach dem Ansetzen des bugs leckeres ingwerbier und füttere brav weiter und siehe da – ein paar Tage später -Gelee.
    Ich hab keinen Schimmer was ich falsch mache, dass es immer wieder kaputt geht 🙁
    Neue Ideen?
    Danke und liebe Grüße Sonja

    • Hallo Sonja…. da bin ich mit meinem Latein leider auch am Ende…. Ich hatte das einfach Behälter nicht ganz sauber waren… Aber ehrlicherweise in den letzten Wochen keinen Job mehr und ich keinen organischen Ingwer bekommen hatte….. mit ihm noch mal irgendwo habe ich einfach gar nicht gärt…. Also kann ich dir leider nicht helfen

    • Moin moin, die etwas Geleeartige Konsistenz schadet nicht. Ähnlich wie auch bei Kombucha können auch Schlieren da sein vergleichbar in etwa wie bei einer Essigmutter. Ein feiner Saum von Bläschen in Phase zwei bedeutet nur, dass sich Kohlensäure bildet,- es kann sogar etwas schaumig aussehen. Nur echter Schimmel ist ein Grund etwas wegzuschütten, und der ist ja gut zu erkennen.

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