*Enthält Markennennungen – alles hier ist selbst gekauft und gebaut*

Immer wenn ich in den letzten beiden Jahren bei Instagram und Pinterest die stylischen Küchen gesehen habe wurde ich neidisch. Neid ist keine schöne Eigenschaft – aber ich wollte auch so eine helle aufgeräumte Küche die sich auch auf Fotos gut macht. Meine Küche ist 16 Jahre alt, hat eine tolle Qualität aber ist mit ihren Vanille- und holzfarbenen Fronten einfach nicht mehr schlicht genug für meinen Geschmack.

Meine Vorstellung war eine sehr helle Küche mit weisser Arbeitsplatte ohne Oberschränke und ohne ChiChi… und ein Weinkühlschrank sollte Platz haben. Die Küche sollte dafür ca. 1 m verlängert werden, wir haben ohnehin eine größere Fläche gefliest und nutzen das Eck hinter der Theke nur als Abstellplatz fürs Katzenfutter.

Phase 1: ich kaufe eine neue Küche

Der Plan war, dass ich mal eben in ein Küchengeschäft meiner Wahl marschiere, mir was schönes aussuche und dann tolle Menschen kommen, meine alte Küche abbauen und mir eine neue hinstellen…. Pläne sind was wunderbares, wenn mir nur jemand eine Küche verkauft hätte!

Mein erster Versuch war in einem örtlichen großen Küchenstudio namens Meda. Nachdem ich ca. 30 min durch die Ausstellung gewandert bin (ich war so ziemlich allein in der Ausstellung, ausser mir nur ca 15 Berater unterwegs) hatte ich etwas Schönes gefunden. Leider war es nicht so einfach jemanden zu finden der mir diese Küche erklärt hätte. Auch die Frage nach einem Katalog zu genau dieser Küche war gefühlt eher eine Zumutung als ein potentieller Umsatz. Also raus da… keine Küche für mich.

Mein nächster Versuch war dann Plana. Großer Name – super Qualität (wir hatten dort schon mal eine Küche gekauft). Ich habe online einen schönen Plan gemalt, mir alles schon ausgesucht und einen Termin gemacht. Zum Termin dort angekommen dann die Ernüchterung. Bevor der jugendlich wirkende Berater überhaupt auf meine Vorstellungen einging wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass diese Küche ca. 20.000 € kosten würde. Und das kam bei mir so “Sie können sich das gar nicht leisten” an, dass ich fluchtartig den Küchenladen verlassen habe. Mein Fehler – ich habe weder das kleine Schwarze getragen noch die Rolex angelegt… ich wollte nur eine Küche kaufen (und diese Summe war tatsächlich eingeplant).

Dritter Versuch beim lokalen Küchengeschäft “Reddy” – hier dann super Beratung aber auch die Erkenntnis, dass ich eigentlich meine Küche nachbaue und nur auf die Oberschränke verzichte…. und das klar auch wieder für 20.000 €. Unsere Küche hat eine tolle Substanz, extra Auszüge für schwere Teller und Töpfe…. und dann bin ich über den Blog von Raumkrönung gestolpert.

Bild von www.raumkroenung.de

Anja hatte das gleiche Problem wie ich – den Wunsch nach einer neuen Küche und keine Lust eine neue zu kaufen. Sie hat Ihre Küche mit Hilfe von Klebefolie verschönert (der ganze Bericht ist hier)

Phase 2: das kann ich selbst

Da ich beruflich zwischen 2 Jobs hing hatte ich genug Zeit um mich ausführlich zu informieren und bin dank Anjas Anregungen auf Resimdo gestolpert. Hier gibt es professionelle Möbelfolien und vor allem eine super Beratung und viele Videos für die kniffeligen Probleme wie Ecken kleben.

Tutorial von Resimdo

Der Plan war

  • Weg mit den Oberschränken
  • weisse matte Oberflächen
  • modernere Fronten
  • weisse Arbeitsplatte mit Alu-Kante
  • ein kleiner Apothekerschrank neben den Herd
  • Platz für den Weinkühlschrank

Von der weissen Platte hat mich unser Schreiner übrigens ganz schnell abgebracht… also ist es eine graue Platte in Betonoptik geworden 🙂

  • Test der neuen Farbe für die Fronten. Wie man sieht waren meine Fronten vorher leicht cremig – die neuen Fronten sind in einem matten, etwas rauen Weiß
  • Die Küche vorher (nicht aufgeräumt) durch die Oberschränke sehr kompakt.
  • Die Platte immer voll und daher nie wirklich Arbeitsfläche verfügbar
  • Ungeschönt: so sah das dann unter der Woche aus wenn gekocht wurde

Das Schlimmste war das Ausräumen. Fläche zieht Zeug nach sich… und ich hatte einiges an Zeug. Also bin ich ungefähr 2 x zum Wertstoffhof gefahren, habe viel Küchensachen verschenkt und noch ein paar Kartons für den Flohmarkt aufgehoben. Ergebnis – die Oberschränke konnten weg und es war trotzdem noch Platz übrig.

Im nächsten Schritt dann alle Oberflächen foliert – also Fronten und Griffe abschrauben und alles neu bekleben. Nach den ersten Fronten hat man den Trick wirklich raus und ich habe dann ca. 20 min pro Front gebraucht bis alles ordentlich verklebt war.

Dann rein mit den neuen Möbeln – einem simplen Auszugschrank von Ikea und meinem Weinkühlschrank von Caso. Dazu noch ein neues Lichtsystem von Paulmann und ein paar Poster von Desenio… und für unter 3000€

Der hat tatsächlich mehr gekostet als die Folie oder die Platte…aber ich habe ja so viel gespart, da war das drin (Frauenlogik). Der Kühlschrank hat Platz für 40 Flaschen – und bevor Ihr mich zum Alkoholiker erklärt, die untern 2 Borde beleben meine Kinder mit Cola und Tonic.

Dann alles ausräumen und die neue Platte drauf. Die ist aus dem örtlichen Bauhaus, heisst “Berlin Concrete” und imitiert eine Betonplatte. Ich wollte eigentlich eine gegossene Betonplatte, hab mich aber aufgrund des Gewichtes doch nicht drangetraut. Die Platte hat schlichte Kanten.

Ich bin wirklich total happy mit dieser Küche, wer ca 4 Tage Zeit hat kann das mit seiner Küche nachmachen… bin gespannt ob ich jemanden so inspirieren kann wie Anja mich inspiriert hat.

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